Kapitel 2: Das World Wide Web (WWW)

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Websites, Hypertext und URLs

Viele Leute sagen „Internet“ und meinen in Wahrheit den Dienst „World Wide Web“. Das World Wide Web ist dabei nur ein Teil des Internet – vermutlich der bekannteste und wahrscheinlich auch der wichtigste. Das World Wide Web ist eigentlich einfach nur eine globale Sammlung von Texten – speziellen Texten von der Sorte „Hypertext“.

Normale Texte, wie sie in Büchern oder Zeitschriften stehen, laufen immer von vorne nach hinten. Aber der Autor kann auch Sätze schreiben wie „der Mörder wird auf Seite 321 verraten“. Wenn du nicht bis auf Seite 321 warten möchtest, kannst du einfach umblättern und findest sofort die Lösung. Die ist Hypertext. Anders gesagt: Hypertext sind Texte, die miteinander verknüpft sind.

Was hat das nun alles mit Webseiten zu tun, die es zuhauf gibt, und die alle mit www in ihrer „Adresse“ anfangen? Ganz einfach, alle solche Webseiten sind Hypertext-Dokumente. Sie haben zahlreiche Verknüpfungen auf andere Dokumente, die sogenannten Links oder Hyperlinks (engl. link = Bindeglied, Verknüpfung).

Zwei solche Hyperlinks findest du direkt über diesem Text, nämlich die Verknüpfungen zum vorherigen Kapitel und zum Inhaltsverzeichnis.

Die Adressen

Genau wie jeder Computer im Internet eine Adresse hat, hat auch jedes Hypertextdokument ein Adresse. Dieses Dokument zum Beispiel heißt http://vielraum.de/warumundwie/artikel/das-internet-fur-spateinsteiger/kapitel-2-das-world-wide-web-www/. Während die Adressen der Computer also vier Zahlen sind, die sich niemand merken kann, hat das WWW ganz gut lesbare Adressen. Die Adressen im WWW nennt man auch URL, eine Abkürzung für „Uniform Resource Locator“ (engl. für „einheitliche Verortung von Quellen“). Umgangssprachlich redet man auch (eigentlich falsch) von Internetadresse.

Eine URL beginnt zunächst mit der Angabe darüber, wie die Inhalte übertragen werden. In diesem Fall nach der Methode http. Dabei handelt es sich um die gebräuchlichse Verbindung – sie ist ungesichert und sollte nicht für Banktransfers oder Bestellungen verwendet werden. Die gegen Schüffeln gesicherte Verbindungsart heißt https (das „s“ am Ende steht für „sicher“). So benannte Adressen erlauben deutlich sicherere Kommunikation zwischen dir und der Webseite.

Nach der Angabe der Übertragungsart (man sagt auch Protokoll dazu), folgen ein Doppelpunkt und zwei Schrägstriche. Der nun folgende Text bis zum ersten Schrägstrich ist die Domain. In unserem Modell ist sie so etwas wie eine Stadt. Viele Städte haben übrigens auch ihren Namen als Domainnamen: bremen.de, minden.de oder brake.de. In unserem Beispiel heißt die Domain „vielraum“ und befindet sich in Deutschland, erkennbar am der Endung „.de“. Andere übliche Endungen sind „.org“ für nichtkommerzielle Organisationen, „.com“ für Unternehmen (meist mit Sitz oder Hauptsitz in den USA), „.net“ für Netzwerkdienste.

Nach dem Domainnamen kommt die Adresse des Dokuments innerhalb der „Stadt“. Dabei kann es beliebig viele Straßen, Hausnummern, Unterhausnummern, Stockwerke, Zimmer, Regale, Bücher geben. Das Beispieldokument befindet sich also in der „Stadt“ vielraum in Deutschland in der „Straße“ „warumundwie“ im Haus „artikel“ im Stockwerk „das-internet-fur-spateinsteiger“ im Buch „kapitel-2-das-world-wide-web“.

Wie kommen nun die Daten zu mir?

Das Programm, mit dem du Seiten im WWW anschaust, heißt „Browser“ (engl. für schöckern, durchsuchen, gesprochen „Brauser“). Gibst du im Browser eine Adresse ein, dann passiert folgendes:

Dein Computer sendet ein Datenpaket über den beschriebenen Weg zum Server, der die Domain (also die „Stadt“) vielraum.de mit Daten versorgt. Dort wird das Datenpaket aufgemacht, darin befindet sich der Hinweis, welches Dokument aus welchem Haus in welcher Straße du gerne lesen möchtest. Der Server stellt das Paket zusammen, verpackt es und schickt es den gleichen Weg zurück zu dir. In diesem Datenpaket befindet sich nun die Seite aus dem WWW, die du mit der Eingabe deiner Adresse angefordert hast. Der ganze Vorgang dauert dabei nur einen Bruchteil einer Sekunde.

Dein Browser übersetzt dieses Dokument nun noch von seiner fast nur maschinenlesbaren Form in die schöne optische Anmutung einer Webseite mit bunten, verschieden großen schriften, Bildern, Hyperlinks, Tabellen usw. Das kann – je nachdem, wie aufwändig eine Seite gestaltet ist – schon bis zu einigen Sekunden dauern.

Weiter zum nächsten Kapitel: Zurechtfinden im WWW…

Glossar

  • Hypertext Datenformat, mit dem Texte im WWW erstellt sind. Hauptunterschied zu normalem Text: Hypertexte können beliebig Bilder, Videos und andere Medien enthalten und sind mit anderen Texten verknüft.
  • Link/Hyperlink Verknüpfung zwischen Dokumenten im WWW
  • URL Adresse im WWW
  • Browser Programm, dass Dokumente im WWW auf dem eigenen Computer darstellt