Kapitel 4: E-Mail

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E-Mail-Adressen

Schon lange bevor das WWW erfunden wurde (das war nämlich erst um 1990 herum) gab es den Dienst der elektronischen Post, der E-Mail (engl. für „E-Post“, ausgesprochen „Ih-Meyl“). In diesem Dienst hat jeder Mensch eine oder mehrere E-Mail-Adressen, in der Form „Name@Mailserver“. Der Name kann dabei beliebige Buchstaben- und Zahlenkombinationen ohne Umlaute („äöüß“) sowie einen oder mehrere Punkte enthalten. Groß- und Kleinschreibung ist dabei übrigens egal. Der Mailserver bildet seinen Namen genauso wie die Webserver, die wir im vorigen Kapitel kennengelernt haben.

E-Mail-Adressen werden oft nach folgenden Schemata gebildet:

  • Maria.Musterfrau@beispieladresse-im-web.de
  • Musterfrau@beispieladresse-im-web.de
  • M.Musterfrau@beispieladresse-im-web.de
  • MMusterfrau@beispieladresse-im-web.de

Bei sehr langen Namen ist es außerdem üblich, sie abzukürzen. Es gibt aber keinen Zwang, solche Adressen zu verwenden, auch komplette Fantasienamen sind erlaubt:

  • DieTollenHechte@beispieladresse-im-web.de
  • FamilieMeier@beispieladresse-im-web.de
  • vollzwerg78@beispeiladresse-im-web.de

Mailserver, Mailclient

Der Briefkasten einer E-Mail-Adresse befindet sich in der Regel auf einem Server in einem Rechenzentrum. So wie Webserver die Dokumente des WWW bereithalten und auf Anforderung dem Programm „Browser“ senden, so senden Mailserver die gespeicherten E-Mails auf Anforderung an das E-Mail-Leseprogramm des Nutzers, den sogenannten E-Mail-Client oder einfach Mailclient. Zur Erinnerung: „Client“ (engl. für „Kunde“, gesprochen „Klaient“) ist das Gegenstück zum „Server“, der rund um die Uhr im Rechenzentrum seine Dienste tut.

Auch für das Versenden der E-Mail ist der Server zuständig. Er sendet die eigene ausgehende Mail an den Mailserver des Empfängers.

Es gibt auch Webseiten, die die Funktion eines E-Mail-Programms übernehmen können.

Was kann die E-Mail

In einer E-Mail konnte früher nur Text verschickt werden. Heute können beliebige Daten, besonders Fotos oder Dateien anderer Programme, mit einer E-Mail transportiert werden. Das ist fein, aber sollte mit Bedacht geschehen: Fotos aus Digitalkameras sind meist viel zu groß und verbrauchen unnötig viele Daten beim Transfer – man sollte sie vorher klein rechnen. Videos sind oft so lang, dass die Mailserver sie gar nicht akzeptieren. Hier sollte man andere Wege wählen. Oft – gerade im beruflichen Umfeld – werden auch Textdateien der Programme „Word“ oder „Excel“ verschickt – gelegentlich mehrere davon verpackt in ein Archiv, eine „.zip-Datei“.

Vorsicht!

Gerade bei letzteren ist Vorsicht gefragt. Solche Dateien könnten auch schädliche Software enthalten. Wenn eine Mail von jemandem kommt, den du nicht kennst, öffne nie die angehängten Dateien!

Oft kommt auch unverlangte Werbepost. Es gibt im Internet zahlreiche Adressammler, die über viele Wege große Mengen von E-Mail-Adressen erhalten. An diese senden sie teilweise zweifelhalte Angebote, teilweise einfach nur unverlangte Werbung. Dies nennt man „Spam“ (engl. für „Frühstücksfleisch“, ausgesprochen „Spämm“, Nutzung für Werbe-E-Mails geht auf einen Monty-Python-Sketch zurück). Spam wird am besten ungelesen gelöscht.

 Versand an mehrere Empfänger

Eine E-Mail kann beliebig viele Empfänger haben. Das ist praktisch, z.B. bei Einladungen oder Rundmails aus dem Urlaub. Empfänger können auf drei verschiedene Arten vermerkt werden: Als direkte Empfänger („To:“, „An:“), als Empfänger eine Kopie („Cc:“, „Kopie:“) oder als Empfänger, die für andere Empfänger unsichtbar bleiben („Bcc:“, „Blindkopie“).

Faustregel: Nur von direkten Empfängern erwartet man eine Antwort, cc-Empfänger erhalten die E-Mail zur Info. Sollten mehr als etwa ein dutzend Empfänger die Mail erhalten oder kennen sie sich möglicherweise nicht, dann ist es höflich, sie nicht als To: sondern als Bcc:-Empfänger auch weiterhin gegenseitig unsichbar zu lassen. Denn jeder Empfänger eine To:/Cc:-Adresse ist für alle anderen Empfänger sichtbar, sodass die E-Mail-Adressen damit auch an alle Empfänger weitergegeben werden. Das wünschen sich nicht alle Besitzer der E-Mail-Adresse.

Sicherheit von E-Mail

Eine E-Mail wird über weite Teile ihres Wegen unverschlüsselt transportiert. Der Aufwand, sie abzuhören oder mitzulesen ist meist nicht sehr groß. Daher ist die E-Mail von ihrer Sicherheit her am ehesten mit einer Postkarte zu vergleichen. In der Praxis ist das für die meisten Benutzer allerdings egal. Es ist nicht sehr schwierig, E-Mails zu verschlüsseln, doch dies geschieht leider nicht im großen Umfang.